30 Stunden offline: Vodafones Kabelausfall und das Support-Chaos danach
Mein Vodafone-Kabelanschluss war über 30 Stunden tot — und der Support hat dabei alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
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Dienstagmorgen, 06:00 Uhr. Kaffee läuft, ich setz mich an den Rechner — und merke: nichts geht. Kein Internet. Nicht langsam, nicht sporadisch. Einfach weg. Und das sollte so bleiben. Für die nächsten 30 Stunden.
“Kann ja mal vorkommen. Wird schon wieder.” — Ich, naiv, um 06:10 Uhr.
Die Daten lügen nicht
Ich überwache meinen Anschluss seit einer Weile mit online-Status.net, das testet regelmäßig ob mein Host erreichbar ist und protokolliert Antwortzeiten sowie Fehler pro Stunde. Normalerweise sieht das so aus: 11–14 Tests pro Stunde, 0 Fehler, Antwortzeiten zwischen 34 und 53 Millisekunden. Stabil wie ein Schweizer Uhrwerk.
Ab dem 07.04.2026 um 06:00 Uhr sieht das dann so aus:
| Zeitraum | OK | ERROR | Ø Antwortzeit |
|---|---|---|---|
| 07.04. 05h (letzte gute Stunde) | 12 | 0 | 43 ms |
| 07.04. 06h | 0 | 11 | 10.007 ms |
| 07.04. 07h–12h | je 0 | je 11–12 | ~10.006 ms |
| 07.04. 13h | 1 | 10 | 9.101 ms |
| 07.04. 14h–08.04. 11h | je 0 | je 11–13 | ~10.020–10.032 ms |
| 08.04. 12h | 9 | 3 | 2.533 ms |
| 08.04. 13h (wieder normal) | 13 | 0 | 36 ms |
Die ~10.000 ms Antwortzeit ist dabei kein langsames Internet — das ist der Timeout. Der Host antwortet schlicht nicht. Totales Blackout.
Interessant ist der Ausreißer am 07.04. um 13h: Eine einzelne erfolgreiche Verbindung aus 11 Versuchen. Das deckt sich mit dem, was ich live beobachtet habe — zwischen 13:45 und 13:52 Uhr war das Internet für etwa 7 Minuten da. Kurzes Hoffnungsflackern, dann wieder Dunkelheit.
Die Wiederherstellung um 08.04. 12h zeigt sich auch schön in den Daten: 9 von 12 Tests OK, Antwortzeit noch erhöht bei 2.533 ms — das Netz kam nicht auf einen Schlag wieder, sondern tastete sich langsam zurück. Ab 13:00 Uhr dann Vollbetrieb.
Gesamtausfall: ~30,5 Stunden.
Das eigentliche Spektakel: der Vodafone-Support
Der Ausfall an sich ist ärgerlich, aber irgendwie noch verständlich. Kabelnetze sind komplex, irgendwas kann immer kaputt gehen. Was mich wirklich auf die Palme gebracht hat, war das komplette Kommunikationschaos von Vodafone.
So lief das ab:
- Morgens: Störungsmeldung bestätigt, Entstörung dauert ca. 12 Stunden — okay, unangenehm aber konkret.
- Später: Neue Info — Dauer unbekannt. Auch gut. Danke für nichts.
- 07.04. 15:00 Uhr: Entstörungsmeldung. Anschluss angeblich wieder aktiv. Spoiler: war er nicht.
- 07.04. 13:45–13:52 Uhr: Die 7 Minuten, die ich weiter oben in den Daten sehe — vielleicht war das der Moment, auf den sich die “Entstörung” bezog?
- 07.04. ~16:00 Uhr: Ich rufe bei der Hotline an. Der Mitarbeiter behauptet, alles sei gelöst, der Anschluss sei online. Ist er nicht. Ich stehe buchstäblich vor einem blinkenden Modem und sage das. Nein, heißt es, laut System ist alles gut.
Was dann folgte, waren 20 Minuten Diskussion darüber, ob mein Internet existiert oder nicht. Ergebnis: Das Ticket wurde widerwillig wieder geöffnet. Und plötzlich — wie von Zauberhand — stand da im System: mehrere Haushalte betroffen, Entstörung dauert bis zu 2 Tage.
Einen Moment. Eben war noch “alles gelöst”. Und jetzt sind es mehrere Haushalte und zwei Tage? Das ist nicht nur schlechte Kommunikation — das ist aktives Schöngerede auf Kosten der Kunden.
Was mich daran wirklich nervt
Ich bin kein Mensch, der bei jeder kleinen Störung sofort die Hotline anruft. Ausfälle passieren. Ich hab Verständnis dafür, dass Infrastruktur nicht unfehlbar ist. Aber:
- ❌ Falsche Entstörungsmeldungen rauszuschicken, obwohl nichts entstört ist
- ❌ Dem Kunden am Telefon zu sagen, sein Internet sei online, während er vor einem Offline-Modem sitzt
- ❌ Erst “gelöst”, dann “2 Tage, mehrere Haushalte” — ohne jeden Übergang oder Erklärung
- ✅ Der Ausfall selbst wurde am 08.04. gegen 12:30 Uhr tatsächlich behoben
Das ist das Einzige, was am Ende zählt. Aber der Weg dahin war unnötig frustrierend — und hätte mit ehrlicher Kommunikation deutlich besser laufen können.
Fazit
Monitoring lohnt sich. Nicht nur um zu wissen, dass etwas down ist, sondern um es schwarz auf weiß zu haben — wann genau, wie lange, und ob die Entstörungsmeldungen des Providers irgendeinen Bezug zur Realität haben. In diesem Fall: eher nicht.
Vodafone hat den Ausfall irgendwann behoben. Die Kommunikation dazu war ein Desaster. Wenn ein Anbieter seinen eigenen Systemstatus nicht kennt und dem Kunden das Gegenteil von dem erzählt, was er gerade erlebt — dann ist das kein Bedienungsfehler, das ist strukturelles Versagen im Support.
Ich bleibe dabei: Eigenes Monitoring, eigene Daten: Online-Status
Bleibt neugierig,
Alex
